Hornisse

Die Hornisse (Vespa Crabro)

Wie alle sozialen Faltenwespen (Vespidae) besitzt auch die Hornisse vier durchsichtige Flügel, die in Ruhestellung in Längsrichtung gefaltet werden.

 

Bei dieser größten einheimischen Faltenwespenart erreichen die Weibchen eine Körperlänge von 23 bis 35 Millimeter, die Männchen 21 bis 38 Millimeter und die Arbeiterinnen 18 bis 25 Millimeter. Die schwarz-gelbe Warnzeichnung der Hornisse deutet potenzielle Fressfeinde, wie Vögel darauf hin, dass es sich um recht wehrhafte Insekten handelt. Kopf und mittlerer Körperabschnitt (Mesosoma) der Hornisse weisen darüber hinaus einen hohen Rotanteil (s. Abb. 1) auf. Das Mesosoma der Hornisse bleibt stets ohne Gelbfärbung. Dem Stirnschild (Clypeus) der Hornisse fehlen schwarze Zeichnungsmuster, wie sie zum Beispiel bei der Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe zu finden sind.

 

Vorkommen und Lebensweise

 

Die Hornisse ist eine Vespidenart, die in ganz Europa, bis nach Asien vorkommt. Einzeln überwinternde Hornissenweibchen, die im Herbst begattet wurden (Königinnen), beginnen im darauf folgenden Frühjahr ohne die Hilfe von Arbeiterinnen mit dem Nestbau und ziehen eine erste Brut von wenigen, recht kleinen Arbeiterinnen auf.

 

Nach dem Schlupf dieser Arbeiterinnen ist die Hornissenkönigin nur noch für die Eiablage zuständig, während sich die Arbeiterinnen um Nahrungsbeschaffung und Brutpflege kümmern.

 

Die Hornissenmännchen entstehen erst gegen Ende des Sommers und sterben bald nach der Begattung ab. Der gesamte Hornissenstaat bleibt lediglich bis Ende Oktober bestehen.

Nur die begatteten Jungweibchen überleben den folgenden Winter in einem Versteck im Erdreich, bzw. in morschem Holz. Die Hornisse legt ihre Nester vorwiegend in größeren Baumhöhlen an.

Da alte Bäume mit entsprechenden Baumhöhlen allerdings in Mitteleuropa immer seltener werden, weichen Hornissen auch auf Nistkästen, Dachböden oder Hohlräume im Mauerwerk aus um dort ihre Nester zu bauen.

 

Die Nester der Hornisse bestehen aus einer papierartigen Masse und werden aus zerkauten Holzteilchen errichtet. Die Imagines der Hornisse ernähren sich hauptsächlich von Nektar und Pflanzensäften. Die Larven benötigen dagegen vor allem tierisches Eiweiß. Hierzu tragen die Arbeiterinnen vor allem Wespen und Fliegen herbei, die im Flug erbeutet werden. Die Hornisse spielt somit durch die Bestandsregulierung anderer Insektenarten eine wichtige Rolle im Ökosystem.

Schadwirkung

 

Die Stiche der Hornissen sind, trotz anders lautender Gerüchte, nicht gefährlicher als die von Honigbienen. Allergische Reaktionen auf das Hornissengift sind relativ selten. So gehen in Deutschland seit 1968 erst zwei Todesfälle auf Hornissenstiche zurück. Allgemein gilt die Hornisse als wenig angriffslustig. Die Hornisse sticht erst dann zu, wenn sie gereizt wird.

 

Anders als die Arbeiterinnen der deutschen und der gemeinen Wespe machen sich Hornissen nicht über Marmelade, Obstkuchen oder andere süße Nahrungsmittel her. Aufgrund ihres zu Unrecht schlechten Images wurde und wird die Hornisse vielerorts bekämpft.

 

Durch massive Bekämpfungsmaßnahmen und Zerstörung ihres Lebensraums sind Hornissen so selten geworden, dass unsere größte Faltenwespe in manchen Regionen in die Rote Liste der gefährdeten Tierarten aufgenommen wurde.

 

Bekämpfung

 

Wie die übrigen sozialen Faltenwespen auch, erbeutet die Hornisse andere Insekten (vor allem Fliegen und die Larven von forstschädlichen Insektenarten). Die Hornisse spielt im Ökosystem daher eine wichtige Rolle und darf laut Gesetz nicht bekämpft werden.

 

Können Hornissennester an ihrem Standort nicht toleriert werden, so besteht die Möglichkeit die Kolonien fachmännisch umzusiedeln. Da Hornissen streng geschützt sind, ist zur Durchführung von Umsiedlungs- oder Bekämpfungsaktionen das Einholen einer Ausnahmegenehmigung zwingend erforderlich.